Ein Tag bei der ISA KOMPASS

Am Beispiel unserer Wohngruppe Niederelz

Zwischen Wiesen, Wäldern, Hügeln und Bächen liegt das idyllische Niederelz. In einem ganz gewöhnlichen Familienhaus begleiten neun pädagogische Fachkräfte aktuell sieben Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren.

Zum Haushalt gehören außerdem einige Tiere: Ein Pferd, mehrere Shetlandponys, zwei Ziegen und eine Katze sind Teil der Gruppe. Sie leben auf einem Bauernhof unweit der Wohngruppe und werden von den Kindern und Betreuern täglich gefüttert und versorgt – außer donnerstags, da haben die Kinder „hoffrei“. Den Samstag nutzen die diensthabenden Pädagogen für einen Hoftag. Zusammen mit allen Kindern misten und kehren sie, füllen Wasser und Futter auf und genießen gemeinsame Aktivitäten mit den Tieren, wenn es das Wetter zulässt.

Was direkt auffällt: Es ist alles sehr unscheinbar. Und das ist wirklich etwas Besonderes. Denn all unsere Wohnhäuser unterscheiden sich bewusst von typischen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Es gibt kein auffälliges Schild oder ähnliches. Stattdessen erinnert alles an ein ganz normales Zuhause, mit individuellen Zimmern, einer gemütlichen Wohnküche und einem Wohnzimmer, in dem gemeinsame Zeit verbracht wird.

Alltag und Kindheit leben

Die pädagogischen Mitarbeitenden der ISA KOMPASS legen großen Wert darauf, dass die Kinder und Jugendlichen gesellschaftliche Teilhabe erleben und sich integriert fühlen. Sie gehen zur örtlichen Kita oder Schule, pflegen Freundschaften zu Nachbarskindern und erleben somit ein Stück Normalität abseits der Einrichtung.

In den Wohngruppen erfahren die Kinder Geborgenheit und lernen gleichzeitig fürs Leben. Dabei sind die Erzieher Wegbegleiter und Vorbild. Sie zeigen den Kindern gesunde Grenzen auf, schenken ihnen Halt und Sicherheit.

Der Alltag in unseren Wohngruppen ist geprägt von einer klaren Struktur, die den Kindern Orientierung gibt. Morgens stehen sie auf, frühstücken gemeinsam und machen sich auf den Weg zur Schule oder Kita. Nachmittags steht Zeit für das gemeinsame Mittagessen und einer anschließenden Ruhephase an, gefolgt vom Erledigen der Hausaufgaben. Danach können gemeinsame Aktivitäten geplant werden, bis sich um ca. 18 Uhr alle zum gemeinsamen Abendbrot treffen.

Mit kleinen Haushaltsdiensten werden alle ins Gemeinschaftsleben einbezogen, z. B. den Tisch decken und nach dem Essen abräumen. Zudem gibt es monatliche Hauskonferenzen, um aktuelle Themen zu besprechen, die die gesamte Gruppe betreffen. Hier wird Partizipation gelebt.

„Wir geben jungen Menschen Orientierung“

In unseren Wohngruppen ermöglichen wir Kindern und Jugendlichen, trotz schwieriger Umstände, ein Stück Normalität zu erleben. Durch eine liebevolle Betreuung, eine familiäre Atmosphäre und die Integration ins Dorfleben schaffen wir ein Zuhause, in dem sie sich sicher und geborgen fühlen können.

Im Kontakt mit den Tieren lernen die Kinder, Verantwortung zu übernehmen, miteinander zu kooperieren, sich gegenseitig und den Tieren gegenüber mit Respekt und Wertschätzung zu begegnen. Gleichzeitig fungieren die Tiere als „Eisbrecher“ und Vermittler zwischen Kind und Erzieher.

Die Versorgung und pädagogische Arbeit mit den Pferden und Ponys geben den Kindern eine feste Struktur und setzen gleichzeitig Fachwissen und Freude in der Arbeit mit den Tieren voraus. Zwei Mitarbeiterinnen absolvieren derzeit eine Weiterbildung zum Thema „Tiergestützte Intervention“. Beide schätzen es sehr, dass sie bei der ISA KOMPASS ihre persönlichen Interessen in die Arbeit mit einfließen lassen können.

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